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Editorial
Aus der Forschung für die Praxis
Professor Dr. med. Christian Jackisch, Offenbach / Professor Dr. med. Walter Jonat, Kiel / Professor Dr. med. Manfred Kaufmann, Frankfurt
Übersicht
Neue Studiendaten zur endokrinen Langzeittherapie
Das hormonrezeptorpositive Mammakarzinom wird heute als chronische Erkrankung mit anhaltend erhöhtem Rezidivrisiko angesehen. Deshalb begannen bereits in den 1990er Jahren erste Studien, in denen die Effektivität einer längerfristigen adjuvanten endokrinen Therapie untersucht wurde. Während Tamoxifen aufgrund des Nebenwirkungsprofils für eine mehr als fünfjährige Therapie als nicht geeignet erscheint, haben sich Aromatasehemmer mittlerweile in der erweiterten adjuvanten Therapie bewährt.
Professor Dr. med. Michael Gnant, Universitätsklinik für Chirurgie, Austrian Breast & Colorectal Cancer Study Group, Wien/Österreich
Kongress
Fortschritte in der palliativen Therapie des Mammakarzinoms
Auf dem SABCS 2009 wurden klinisch relevante Daten zum therapeutischen Vorgehen bei Patientinnen mit metastasiertem Mammakarzinom vorgestellt. In der CONFIRM-Studie konnte die hohe Wirksamkeit der Behandlung mit 500mg Fulvestrant belegt werden. In einer weiteren Studie wurde die duale HER2-Blockade mit Lapatinib/Trastuzumab als optimales Vorgehen nach Versagen einer Trastuzumab-Therapie etabliert.
32nd San Antonio Breast Cancer Symposium (SABCS), San Antonio/USA, 9.–12. Dezember 2009 - Bericht: Dr. rer. nat. Katharina Arnheim, Freiburg
Interview
CONFIRM-Studie zeigt Effektivität der Fulvestrant-Hochdosistherapie
In der CONFIRM (Comparison of Faslodex in Recurrent or Metastatic breast cancer)- Studie konnte gezeigt werden, dass postmenopausale Patientinnen mit fortgeschrittenem hormonrezeptorpositivem Mammakarzinom und Progression oder Rezidiv nach vorheriger endokriner Therapie von der Behandlung mit 500mg Fulvestrant profitieren. Es wurde eine Verbesserung des progressionsfreien Überlebens festgestellt.
Interview mit Professor Dr. med. Bernd Gerber, Universitätsfrauenklinik und Poliklinik Rostock
Kongress
Zielgerichtete Therapien beim Mammakarzinom
Die Keynote-Lecture zum Thema Mammakarzinom auf dem diesjährigen Krebskongress hielt Dennis J. Slamon, Los Angeles/ USA, einer der Entdecker des humanen epidermalen Wachstumsfaktorrezeptors HER2. Er informierte über den aktuellen Stand und zukünftige Perspektiven der zielgerichteten Therapie des Mammakarzinoms.
Keynote-Lecture Mammakarzinom „Targeted therapy of breast cancer – current status and future strategies” anlässlich des 29. Deutschen Krebskongresses, Berlin, 24.–27. Februar 2010
Im Blickpunkt
Stammzellen aus Nabelschnurblut: derzeitige Anwendungsmöglichkeiten
Immer mehr werdende Eltern möchten das Nabelschnurblut ihres Kindes für therapeutische Zwecke einlagern lassen, um dem Kind eine potenzielle Therapieoption nicht vorzuenthalten. Meistens wird das Blut über private Anbieter kostenpflichtig für den potenziellen Eigenbedarf kryokonserviert. Alternativ besteht die Möglichkeit einer kostenfreien Spende des Nabelschnurbluts an öffentliche Banken.
Dr. med. Johannes Stubert, Professor Dr. med. Bernd Gerber, Universitätsfrauenklinik und Poliklinik Rostock
Im Blickpunkt
Kooperationsmöglichkeiten zwischen Kliniken und Praxen
Seit Jahren wird in der Gesundheitspolitik die Forderung nach enger Kooperation, Verzahnung und Integration zwischen dem ambulanten und dem stationären Sektor gestellt. Es bedarf innovativer Konzepte für die sektorübergreifende Behandlung, von der flächendeckenden wohnortnahen ambulanten und stationären Grund- und Regelversorgung bis zur hoch spezialisierten Versorgung im Krankenhaus. Dadurch werden ambulant und stationär tätigen Ärzten neue Perspektiven geboten.
Rechtsanwalt Jörg Hohmann, Hamburg
Im Blickpunkt
Mammakarzinom und Arzthaftung (Teil 2)
Rechtsstreitigkeiten zur Diagnostik bzw. Therapie des Mammakarzinoms betreffen vor allem die Verletzung von Dokumentationspflichten sowie die nicht rechtzeitige Abklärung auffälliger Tastbefunde.
Rechtsanwalt Dr. med. Matthias Stroth, Professor Dr. med. Bernd Gerber, Universitätsfrauenklinik und Poliklinik Rostock

