Heft 04 2008
Endokrine Therapie beim rezidivierten Ovarialkarzinom
Tyrosinkinaseinhibitoren in der Therapie des Ovarialkarzinoms
Zukünftige Bedeutung von Gynäkologischen Krebszentren in Deutschland
ATAC-Studie: neue Daten zum Effekt von...
Editorial
Therapie des Ovarialkarzinoms - zukünftige Entwicklungen
Professor Dr. med. Fritz Jänicke, Hamburg-Eppendor
Übersicht
Endokrine Therapie beim rezidivierten Ovarialkarzinom
Das Ovarialkarzinom geht mit der höchsten krebsbedingten Mortalität unter allen gynäkologischen Malignomen einher. Nicht zuletzt aufgrund unzureichender Früherkennungsmöglichkeiten erfolgt die Primärdiagnose bei etwa drei Viertel der Patientinnen im fortgeschrittenen Stadium (FIGO III/IV). Trotz Verbesserungen der Primärtherapie erleiden die meisten Patientinnen ein Rezidiv. Möglicherweise könnte bei platinrefraktären bzw. platinresistenten Rezidiven und zusätzlicher Zytostatikaresistenz die endokrine Therapie aufgrund der guten Verträglichkeit eine Option sein.
Dr. med. Moritz Kanzow, Dr. med. Elna Kühnle, Professor Dr. med. Jacobus Pfisterer, Dr. med. Felix Hilpert
Im Blickpunkt
Tyrosinkinaseinhibitoren in der Therapie des Ovarialkarzinoms
Die Standardtherapie des primären Ovarialkarzinoms besteht aus der primären Zytoreduktion gefolgt von einer Chemotherapie mit Carboplatin und Paclitaxel über sechs Zyklen. Trotz des radikalen Behandlungsansatzes erleiden die meisten Patientinnen ein Rezidiv. Einer der wichtigsten Prognosefaktoren ist der Tumorrest. Um die Qualität sowohl der operativen als auch der systemischen Therapie zu verbessern, sollen - analog der Brustkrebszentren – Gynäkologische Krebszentren flächendeckend eingerichtet werden. Bezüglich der systemischen Primärtherapie gab es in den letzten zehn Jahren keine wirkungsvolleren Innovationen. Durch die Addition eines dritten Chemotherapeutikums, ob als Triplette, sequenzielle Doublette oder als Erhaltungstherapie, konnte keine Prognoseverbesserung erreicht werden. Neue gezieltere Therapien sind daher dringend notwendig.
Dr. med. Philipp Harter, Dr. med. Felix Hilpert, Dr. med. Christian Kurzeder, Professor Dr. med. Andreas du Bois
Im Blickpunkt
Zukünftige Bedeutung von Gynäkologischen Krebszentren in Deutschland
Mit der Weiterentwicklung operativer Techniken sowie der Einführung neuer Medikamente konnte die Prognose von Patientinnen mit gynäkologischen Tumoren deutlich verbessert werden. Eine Optimierung der Versorgung dieser Patientinnen kann mit der Bildung von Gynäkologischen Krebszentren erreicht werden, die die Expertise der beteiligten Fachdisziplinen bündeln und die Qualität der Abläufe sichern.
Professor Dr. med. Dr. h.c. Manfred Kaufmann, Klinik für Gynäkologie und Geburtshilfe, Johann Wolfgang Goethe-Universität
Im Blickpunkt
Therapieoptionen bei Deszensus und Belastungsharninkontinenz
Die Urogynäkologie – die Lehre der Senkungs- und Inkontinenzerkrankungen der Frau – erfährt in den letzten Jahren aufgrund des demographischen Wandels und der damit verbundenen Erkrankungshäufung zunehmend Beachtung. Das immer bessere Verständnis der Zusammenhänge von Anatomie und Funktion des Beckenbodens hat dazu geführt, dass ein breites Spektrum an diagnostischen und therapeutischen Möglichkeiten zur Verfügung steht.
Dr. med. Alexander Dengler, Frauenklinik, Klinikum Offenbach GmbH
Im Blickpunkt
Reproduktionsmedizin im internationalen Vergleich
Im Rahmen einer Podiumsdiskussion präsentierte die Friedrich-Ebert-Stiftung im September in Berlin das von ihr in Auftrag gegebene Gutachten „Reproduktionsmedizin im internationalen Vergleich: wissenschaftlicher Sachstand, medizinische Versorgung und gesetzlicher Regelungsbedarf “. Namhafte Vertreter der deutschen Reproduktionsmedizin und Mitglieder der Deutschen Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe (DGGG) haben an diesem Gutachten mitgewirkt.
Professor Dr. med. Klaus Diedrich, PD Dr. med. Georg Griesinger, Klinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe, Universitätsklinikum Schleswig-Holstein, Campus Lübeck
Im Blickpunkt
ATA C-Studie: neue Daten zum Effekt von Anastrozol auf die Knochendichte
Die starke Östrogensuppression im Verlauf einer längerfristigen Therapie mit Aromatasehemmern führt bei postmenopausalen Patientinnen zu einem beschleunigten Knochen- Turnover und einer Abnahme der Knochendichte. In allen Studien zur adjuvanten Therapie mit Aromatasehemmern wurde dementsprechend eine erhöhte Inzidenz von Frakturen registriert. In der ATAC-Studie konnte erstmals gezeigt werden, dass die Frakturrate nach Therapieende sinkt und sich die Knochendichte normalisiert.
Professor Dr. med. Matthias W. Beckmann, Frauenklinik, Universitätsklinikum Erlangen