Heft 02 2004
Übersicht: Der reine Östrogenrezeptor-Antagonist Fulvestrant
Interview: Fulvestrant – Erweiterung der therapeutischen Palette , Interview mit Professor Günther Steger,Wien
Kasuistik Gefitinib beim platinrefraktären...
Editorial
Fulvestrant eine neue endokrine Therapieoption
Anthony Howell, M.D., CRUK Department of Medical Oncology, University of Manchester, Christie Hospital, Manchester/GB
Übersicht
Der reine Östrogenrezeptor- Antagonist Fulvestrant
Obwohl 30 % bis 40 % der Patientinnen mit fortgeschrittenem Mammakarzinom initial auf die Therapie mit Tamoxifen ansprechen, ist die Dauer des Ansprechens auf 12 bis 18 Monate begrenzt. Die Folge ist eine Resistenz gegenüber Tamoxifen, die auf den partiell agonistischen Effekt des Tamoxifens zurückgeführt wird [1, 2]. Einen großen Fortschritt in der Behandlung des Mammakarzinoms stellten daher die Aromataseinhibitoren dar. Aber auch unter ihnen kommt es nach einer gewissen Zeit zur Resistenzentwicklung. Eine neue Therapieoption eröffnet sich nun mit den sog. reinen Antiöstrogenen oder Östrogenrezeptor-Downregulatoren, die den Rezeptor ohne partiell agonistische Aktivität blockieren.
Dr. med. Sibylle Loibl, Prof. Dr. med. Manfred Kaufmann, Klinik für Gynäkologie und Geburtshilfe der Goethe-Universität Frankfurt am Main
Interview
Fulvestrant Erweiterung der therapeutischen Palette
Professor Günther Steger ist Facharzt für Innere Medizin /Hämato-Onkologie und als Oberarzt an der Universitätsklinik für Innere Medizin I / Klinische Abteilung für Onkologie der Medizinischen Universität Wien tätig. Er leitet die Arbeitsgruppen „Adjuvante Therapien“ und „Prädiktive Faktoren“. Seine Erfahrung mit Fulvestrant beruht auf der Teilnahme an der Studie 0020 (Fulvestrant vs. Anastrozol nach Tamoxifen) und am „Named Patient Programme“ von AstraZeneca mit derzeit rund 130 Patientinnen.
Interview mit Prof. Dr. med. Günther Steger, Universitätsklinik Wien
Kongress
Neue endokrine Therapien auf dem Vormarsch
Bericht vom 26. Deutschen Krebskongress, Berlin, 27. Februar bis 1. März 2004
Dank der Entwicklung neuer Substanzen für die endokrine Therapie haben sich die Therapieoptionen beim hormonsensitiven Brustkrebs in den letzten Jahren deutlich erweitert. So rücken die Aromatasehemmer, die ihre hohe Effektivität und gute Verträglichkeit beim fortgeschrittenen Mammakarzinom zunächst in der Second-, und nun auch in der First-line- Therapie bewiesen haben, mittlerweile auch in die adjuvante Therapie vor.
Dr. Katharina Arnheim, Berlin
Kongress
Perspektiven der Angiogeneseforschung
Bericht vom 11.Weltkongress für Gynäkologische Endokrinologie vom 26. 29. Februar 2004 in Florenz/Italien
Die Hormonersatztherapie sowie das gesamte Spektrum physiologischer und
pathophysiologischer Wirkungen von Hormonen im weiblichen Organismus
standen im Mittelpunkt des diesjährigen Weltendokrinologiekongresses in Florenz.
Dr. med. Barbara Sonntag, PD Dr. med. Robert R. Greb Universitätsfrauenklinik Münster
Kasuistik
Gefitinib beim platinrefraktären Ovarialkarzinom
Die Primärtherapie des epithelialen Ovarialkarzinoms besteht aus einer Staginglaparotomie mit maximaler Zytoreduktion („Debulking“) und postoperativer Kombinationstherapie mit Carboplatin und Paclitaxel. Trotz hoher Ansprechraten erleidet jedoch noch immer ein großer Teil der Patientinnen mit fortgeschrittenen Tumoren (FIGO-Stadien IIB-IV) ein Rezidiv,meist schon innerhalb der ersten zwei Jahre nach der Erstbehandlung.
Andreas Löhr, Prof.Dr.med.Andreas du Bois, Prof.Dr.med.Uwe Wagner Klinik für Gynäkologie & Gynäkologische Onkologie, Dr.-Horst-Schmidt-Kliniken GmbH,Wiesbaden Klinik für Gynäkologie, Gynäkologische Endokrinologie und Onkologie,Philipps-Universität
Kongress
Chemo-endokrine Therapie des Mammakarzinoms bei prämenopausalen Patientinnen
Der Stellenwert der chemo-endokrinen Therapie beim prämenopausalen Mammakarzinom ist noch nicht letztlich geklärt.Mit der Metaanalyse der Early Breast Cancer Trialists Collaborative Group (EBCTCG) konnte der positive Effekt der ovariellen Ablation sowohl auf das erkrankungsfreie Intervall (disease free survival, DFS) als auch auf das Gesamtüberleben (overall survival, OAS) erstmals gezeigt werden. Die Hemmung der ovariellen Östrogenproduktion kann dauerhaft und irreversibel über Ovarektomie oder Strahlentherapie oder aber temporär und reversibel durch die medikamentöse Kastration erzielt werden. Dabei scheint diese vielversprechende neue Therapieform äquieffektiv zur chirurgischen oder strahleninduzierten Kastration zu sein.
Dr. med. Dagmar Diesing, PD Dr. med. Michael Friedrich, Dr. med. Hans- Christian Kolberg, Prof. Dr. med. Klaus Diedrich, Klinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe, Universitätsklinikum Schleswig-Holstein, Campus Lübeck
Neue Therapiekonzepte
Wirkungsmechanismus antiöstrogener Substanzen
Die Behandlung Hormon-empfindlicher Mammakarzinome postmenopausaler Frauen hat heute zwei therapeutische Grundlagen: 1., die Vermeidung der Bindung von Östradiol an den Östrogenrezeptor durch den Einsatz von Antiöstrogenen und 2., die Verringerung der Östradiolspiegel durch die Verwendung von Aromataseinhibitoren.
PD Dr. med. Hans-Joachim Lück, Dr. med. Dagmar Roßner, Gynäkologische Onkologie der Medizinischen Hochschule Hannover
Weiterbildung
Novellierung der (Muster-)Weiterbildungsordnung
Der 106. Deutsche Ärztetag hat Mitte Mai 2003 die neue (Muster-) Weiterbildungsordnung beschlossen, die diejenige von 1992 ablöst. Die gemeinsame Weiterbildungskommission unseres Gebietes arbeitete seit etwa 1996 an der Novellierung der Weiterbildungsordnung. Es ist gelungen, die Interessen unseres Faches hinsichtlich der Bildung von drei Schwerpunkten und der verschiedenen Möglichkeiten zur Zusatzweiterbildung durchzusetzen.
Prof. Dr. med. Dietrich Berg, Amberg, Dr. Burkhard Scheele, München