Heft 02 2007
St. Gallen 2007: Zielgerichtete Therapien gewinnen an Bedeutung
Empfehlungen zur endokrinen Therapie des Mammakarzinoms
Neues zur adjuvanten Chemotherapie des Mammakarzinoms
Paradigmenwechsel in der Beurteilung der ovariellen...
Editorial
St. Gallen 2007: Therapieempfehlungen aktualisiert
Professor Dr. med. Beat Thürlimann und Professor Dr. med. Hans-Jörg Senn, St. Gallen
Kongress
Zielgerichtete Therapien gewinnen an Bedeutung
Ein wichtiges Ergebnis der 10. Internationalen Konsensuskonferenz in St. Gallen ist die Aufnahme von Trastuzumab in die Empfehlungen zur adjuvanten Brustkrebstherapie. Die Aromatasehemmer sind mittlerweile fest in der endokrinen Therapie etabliert. In der Chemotherapie wurde kein wirklicher Behandlungsstandard definiert, die Taxane haben jedoch im neuen Konsensus an Bedeutung gewonnen. Immer wichtiger wird beim Mammakarzinom die zielgerichtete, an der Tumorbiologie ansetzende Therapie, die individuell an die Patientin anzupassen ist.
Bericht von der 10th International Conference „Primary Therapy of Early Breast Cancer“, St. Gallen/Schweiz, 14.–17. März 2007, Dr. Katharina Arnheim, Berlin
Kommentar
Empfehlungen zur endokrinen Therapie des Mammakarzinoms
Die Struktur der Internationalen Konsensuskonferenz in St. Gallen ist traditionell festgelegt: Nach drei Kongresstagen mit Vorträgen zu den Hauptthemen der adjuvanten Therapie des Mammakarzinoms, Diskussionen und Meinungen auch außerhalb des Kontexts klinischer Studien werden am vierten Tag in einem Expertenpanel die wichtigsten Fragen diskutiert und abgestimmt. Am Ende der Veranstaltung trafen sich 17 Brustkrebsexperten aus Deutschland, um die St. Gallener Empfehlungen für Deutschland zu bewerten bzw. zu konkretisieren. Professor Dr. med. Bernd Gerber, PD Dr. med. Toralf Reimer Universitätsfrauenklinik am Klinikum Südstadt, Rostock
Professor Dr. med. Bernd Gerber, PD Dr. med. Toralf Reimer Universitätsfrauenklinik am Klinikum Südstadt, Rostock
Kommentar
Neues zur adjuvanten Chemotherapie des Mammakarzinoms
Auf der diesjährigen Internationalen Konsensuskonferenz in St. Gallen wurde die Bedeutung der adjuvanten oder primär systemischen Chemotherapie kritisch diskutiert und gewürdigt. Es zeigte sich jedoch, dass die Einschätzung und Bewertung der zytotoxischen Chemotherapie beim operablen Mammakarzinom in Europa und den USA unterschiedlich ist. Dennoch muss äußerst positiv bemerkt werden, dass es der praxisorientierten Darstellung zu verdanken ist, dass die St. Gallener Konferenz gemeinsam mit dem jährlich stattfindenden San Antonio Breast Cancer Symposium (SABCS) und dem Meeting der American Society of Clinical Oncology (ASCO) zu den drei großen Veranstaltungen gehört, auf denen die Standards für die systemische Therapie des Mammakarzinoms festgelegt werden.
Professor Dr. med. Christian Jackisch, Klinik für Gynäkologie und Geburtshilfe, Klinikum Offenbach GmbH
Kommentar
Radiotherapie des Mammakarzinoms – aktuelle Entwicklungen
Das Expertenpanel in St. Gallen diskutierte fast ausschließlich über die adjuvante Systemtherapie des Mammakarzinoms. In den letzten Jahren hat aber auch die Strahlentherapie eine wesentliche Bedeutung erlangt. Deshalb werden die wichtigsten Daten kurz dargestellt.
Dr. med. Günther M. Bohlen, Professor Dr. med. Jürgen Dunst, Klinik für Strahlentherapie, Universitätsklinikum Schleswig-Holstein, Campus Lübeck
Im Blickpunkt
PACT-Programm fördert den Informationsaustausch
Annette Rexrodt von Fircks wurde 1998 mit der Diagnose Brustkrebs konfrontiert. Um ihre Erfahrungen weiterzugeben, schreibt sie Bücher, hält Lesungen und Vorträge und gründete die Rexrodt von Fircks-Stiftung für krebskranke Mütter und ihre Kinder. Mit ihrem Engagement für die im September 2006 gestartete PACT-Studie möchte sie dazu beitragen, die Kommunikation zwischen Ärzten und Patientinnen zu verbessern.
Annette Rexrodt von Fircks, Autorin und Stiftungsgründerin, Ratingen
Im Blickpunkt
Paradigmenwechsel in der Beurteilung der ovariellen Stimulation?
Im Rahmen der ovariellen Stimulation zur In-vitro-Fertilisation sind GnRH-Analoga nach wie vor ein wesentlicher Aspekt der Behandlung. Den Ergebnissen einer aktuellen Metaanalyse zufolge besteht bezüglich der Lebendgeburtrate kein Unterschied, ob zur Supprimierung der Hypophyse ein GnRH-Agonist oder ein GnRH-Antagonist eingesetzt wird. Künftig sollten bei der Beurteilung von Therapiekonzepten zur ovariellen Stimulation auch die Effizienz des Verfahrens, die Belastung für die Patientin und die Kosten der Behandlung berücksichtigt werden.
Dr. med. M.Sc. Georg Griesinger, Professor Dr. med. Klaus Diedrich, Klinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe, Universitätsklinikum Schleswig-Holstein, Campus Lübeck
Service
Wirtschaftlichkeitsprüfungen: Die richtige Regressprophylaxe
Ärzte unterliegen in ihrem gesamten Handeln dem Wirtschaftlichkeitsgebot. Ab einer Überschreitung des festgelegten Richtgrößenvolumens von 15% findet eine Prüfung statt, ab einer Überschreitung von 25% droht ein Regress. Dennoch gibt es verschiedene Möglichkeiten, eine Wirtschaftlichkeitsprüfung bzw. einen Regress abzuwenden.
Rechtsanwalt Jörg Hohmann, Hamburg