Heft 01 2009
Hochdosiskonzepte zur Optimierung der endokrinen Therapie mit Fulvestrant
Neue Daten zur Überlegenheit der Aromatasehemmer
Aromatasehemmer: Upfront- oder Switch/Sequenz-Therapie?
Hormonsubstitution bei Patientinnen mit...
Übersicht
Hochdosiskonzepte zur Optimierung der endokrinen Therapie mit Fulvestrant
Die Hochdosistherapie mit dem Östrogen antagonisten Fulvestrant ist ein viel verspre chendes Konzept für die Ergebnisverbesse rung der endokrinen Behandlung postmeno pausaler Patientinnen mit fortgeschrittenem, hormonsensitivem Mammakarzinom. Bei Dosisintensivierung wurde in der NEWEST Studie in der neoadjuvanten Situation eine signifikante Reduktion des Tumormarkers Ki67 und der Östrogenrezeptoren als ein indirekter Hinweis auf ein verbessertes Ansprechen und eine günstigere Langzeit prognose beobachtet. Die Hochdosistherapie wurde insgesamt ebenso gut vertragen wie die Standarddosierung. Den ersten Daten der FIRSTStudie zufolge scheint die Dosis intensivierung auch in der metastasierten Situation die Wirksamkeit von Fulvestrant weiter zu verbessern: Das Antiöstrogen verlängerte im Vergleich mit Anastrozol das progressionsfreie Überleben. Die hohe Dosie rung wird experimentell eingesetzt und ist nicht zugelassen.
Professor Dr. med. Nadia Harbeck, Klinik und Poliklinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe, Uniklinik Köln, Brustzentrum Köln/Frechen
Kongress
Neue Daten zur Überlegenheit der Aromatasehemmer - Bericht vom 31st San Antonio Breast Cancer Symposium (SABCS), San Antonio/USA, 10.–14. Dezember 2008
Auf dem SABCS präsentierte aktuelle Daten sind ein weiterer Beleg für die Überlegenheit der modernen Aromatasehemmer gegen über Tamoxifen in der adjuvanten Therapie postmenopausaler Patientinnen mit hor monrezeptorpositivem Mammakarzinom. Die fünfjährige TamoxifenTherapie kann nach Ansicht von Experten nicht länger als adäquat betrachtet werden.
Dr. Katharina Arnheim, Freiburg
Im Blickpunkt
BCIRG 005-Studie zur adjuvanten Chemotherapie
Eine Chemotherapie mit Doxorubicin, Cyclophosphamid und Docetaxel ist ein Standardregime bei Patientinnen mit frü hem, nodalpositivem Mammakarzinom. In der BCIRG 005Studie wurde die Kom binationstherapie mit der Sequenztherapie verglichen. Die aktuellen Daten wurden auf der San Antonio Breast Cancer Conference im Dezember 2008 vorgestellt.
Professor Dr. med. Wolfgang Eiermann, Rotkreuzklinikum München, Frauenklinik
Im Blickpunkt
Studie BIG 1-98/IBCSG 18-98 zur adjuvanten endokrinen Therapie
In der Diskussion über die optimale anti hormonelle Therapie in der Postmenopause werden seit mehreren Jahren die ausstehen den Resultate der BIG 198Studie mit Span nung erwartet. In einer der Hauptsitzungen der San Antonio Breast Cancer Conference im vergangenen Dezember wurden die neu en Daten präsentiert.
Professor Dr. med. Christian Jackisch, Klinik für Gynäkologie und Geburtshilfe & Brustzentrum Klinikum Offenbach GmbH
Im Blickpunkt
Aromatasehemmer: Upfrontoder Switch/Sequenz-Therapie?
Fachgesellschaften wie die American Society of Clinical Oncology (ASCO) oder die Kom mission Mamma der Arbeitsgemeinschaft Gynäkologische Onkologie (AGO) emp fahlen erstmals 2004, dass eine adjuvante endokrine Therapie bei postmenopausalen Patientinnen mit hormonrezeptorpositivem Mammakarzinom einen Aromatasehemmer beinhalten sollte. Noch immer unklar ist je doch der optimale Zeitpunkt des Beginns der Behandlung mit einem Aromatasehemmer.
Professor Dr. med. Anton Scharl, Frauenklinik und Brustzentrum, Klinikum St. Marien, Amberg
Im Blickpunkt
Hormonsubstitution bei Patientinnen mit Mammakarzinom
Obwohl bisher keine eindeutigen Daten vorliegen, gibt es Hinweise darauf, dass Patientinnen, die nach Beendigung der MammakarzinomBehandlung eine östro gen und progesteronhaltige Hormonthe rapie erhalten, ein erhöhtes Rezidivrisiko aufweisen. Diese Assoziation scheint auch für den gewebeselektiven Östrogenaktivitäts regulator Tibolon zu bestehen.
Dr. med. Cornelia Liedtke, Professor Dr. med. Ludwig Kiesel, Klinik und Poliklinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe, Universitätsklinikum Münster