Heft 03 2006


Komplementäre und Alternativmedizin, Chinesische Medizin, Genchip, Brustkrebstherapie, HPV-Diagnostik, Mammakarzinom, Arzneimittelregress, Vertrauen schaffen

Editorial

Prime time yet?

In den letzten Jahren haben die Komplementärmedizin und Alternativmedizin (CAM) zunehmend mehr Eingang in den klinischen Alltag gefunden. Insbesondere die Misteltherapie wird häufig von unseren Patientinnen angewendet. In dem Beitrag von Herrn Professor Gerber werden die unterschiedlichen CAM-Maßnahmen mittels einer evidenzbasierten Metaanalyse dargestellt. Nach wie vor ist der Evidenzlevel der CAM gering, so dass die Vor- und Nachteile mit der Patientin offen diskutiert werden müssen. Mehr Evidenz lässt sich nur durch kontrollierte klinische Studien erreichen. Begrüßenswert ist daher der Ansatz des Klinikums Minden, in Kooperation mit dem Shandong Tumor-Hospital in Jinan/China, die Wirksamkeit der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) – für die sich auch Brustkrebspatientinnen zu interessieren beginnen – in Ergänzung zur etablierten Standardtherapie beim metastasierten Mammakarzinom in einer kontrollierten, multizentrischen Studie zu prüfen.

Professor Dr. Diethelm Wallwiener, PD Dr. Tanja Fehm, Universitäts-Frauenklinik Tübingen

Übersicht

Therapie des Mammakarzinoms Evidenz der komplementären und der Alternativmedizin

Jeder onkologisch tätige Kollege wird schon einmal mit Fragen wie „Doktor..., welche Vitamine und Nahrungsergänzungsmittel würden Sie mir empfehlen?... Brauche ich auch Mistel?...“ konfrontiert worden sein. Je nach persönlicher Einstellung zur Komplementär- und Alternativmedizin (CAM) wird die Antwort von völliger Ablehnung bis hin zur verständnisvollen Zustimmung reichen. Aufbauend auf eine eigene, evidenzbasierte Metaanalyse der veröffentlichten und verfügbaren Arbeiten werden der Stellenwert, die Wirksamkeit und die Sicherheit der häufigsten CAM-Methoden dargestellt Ziel ist es, dem onkologisch tätigen Arzt eine Rationale für sein Handeln zu geben.

Professor Dr. Bernd Gerber, Universitäts-Frauenklinik Rostock

Übersicht

Traditionelle Chinesische Medizin – was kann sie bewirken?

Das heute „Traditionelle Chinesische Medizin“ (TCM) genannte Medizinsystem hat sich über viele Jahrtausende im asiatischen Raum in verschiedenen Ausprägungen entwickelt. Kann dieses auf dem daoistischen Gedankengebäude fußende Medizinsystem heute noch einen wirkungsvollen Beitrag zu unseren etablierten Therapiekonzepten liefern? Erste Ansätze zeigen, dass eine Ergänzung der naturwissenschaftlich orientierten westlichen Medizin durch die funktionell ausgerichtete TCM möglich ist.

Dr. Hans Lampe, Klinikum Minden, Zentrum für Innere Medizin, Schwerpunkt Hämatologie/Onkologie

Interview

Genchip zur Prädiktion des Erfolgs einer Chemotherapie

Interview mit PD Dr. Andreas Schneeweiss, Heidelberg

Kongress

Fortschritte in der zielgerichteten Brustkrebstherapie

Bericht vom 42nd Annual Meeting der American Society of Clinical Oncology (ASCO), Atlanta/USA, 2.–6. Juni 2006

Die diesjährige ASCO-Tagung brachte wichtige Neuerungen für die Brustkrebstherapie und bestätigte den Nutzen bereits erreichter Errungenschaften. Als Höhepunkt sind Studiendaten zum Multi-Tyrosinkinase-Inhibitor Lapatinib zu werten, der beim HER2-positiven Mammakarzinom selbst nach Trastuzumab-Vortherapie noch hoch aktiv ist. Darüber hinaus wurden erstmals Überlebensdaten sowohl zur adjuvanten Trastuzumab-Therapie als auch zur Switch-Therapie mit dem Aromatasehemmer Anastrozol präsentiert.

Dr. Katharina Arnheim, Berlin

Im Blickpunkt

HPV-Diagnostik in der gynäkologischen Krebsvorsorge

Seit Einführung der gynäkologischen Krebsvorsorge/ -früherkennung mit dem Zervixabstrich nach Papanicolaou vor etwa 35 Jahren ist die Häufigkeit des Zervixkarzinoms um ca. zwei Drittel gesunken, wobei dieser Rückgang seit einiger Zeit stagniert. Ob wünschenswerte Verbesserungen durch organisatorische Veränderungen, durch den Einsatz neuer Methoden wie z.B. HPV-Diagnostik oder durch geeignete kombinierte Maßnahmen erreicht werden können, ist die aktuelle Frage.

Professor Dr. Ulrich Schenck, Institut für Allgemeine Pathologie und Pathologische Anatomie, Technische Universität München, Klinikum rechts der Isar

Im Blickpunkt

Studienkonzepte zur medikamentösen Prävention des Mammakarzinoms

Update des IBIS-II-Studienprogramms

Mehrere Studien haben am Beispiel von Tamoxifen gezeigt, dass das Risiko für eine Brustkrebsentstehung durch medikamentöse Maßnahmen grundsätzlich verringert werden kann. Aufgrund seines Nebenwirkungsprofils ist Tamoxifen aber nicht optimal für diese Indikation geeignet. Aktuelle Strategien bestehen darin, die Anwendung von Tamoxifen sicherer zu machen (adäquate Thromboseprophylaxe, Ausschluss von Frauen mit erhöhtem Risiko, niedrigere Dosierung), Tamoxifen durch Selektive Östrogenrezeptor- Modulatoren (SERMs) mit einem anderen Wirkspektrum oder durch Aromatasehemmer zu ersetzen oder in der Einbeziehung neuer Substanzgruppen wie z.B. den selektiven COX-2-Hemmern.

Professor Dr. Gunter von Minckwitz, Dr. Silvia Gimeno, Dr. Patricia Segura-Eicke, German Breast Group (GBG), Neu-Isenburg

Service

Strategien gegen den Arzneimittelregress

Wirtschaftlichkeitsprüfungen

Zu Beginn des 21. Jahrhunderts steht unser Gesundheitssystem mehr denn je vor den Problemen, die sich aus einer Umkehr der Bevölkerungspyramide und den medizinischen Innovationen ergeben. Die Gesetzliche Krankenversicherung (GKV) in Deutschland konnte in der Vergangenheit oft erfolgreich an diese Veränderungen angepasst werden.
Finanzierungsengpässe zeigen sich jetzt jedoch dort, wo medizinisch notwendige, innovative Methoden zusätzliche Finanzmittel erfordern oder eine Verschiebung des Leistungsgeschehens zwischen dem ambulanten, dem stationären und dem Pflegebereich nach sich ziehen.
Die Verwirklichung einer dem Stand der medizinisch-wissenschaftlichen Erkenntnis entsprechenden Versorgung scheint gefährdet.

RA Jörg Hohmann, Hamburg

Interview

Vertrauen schaffen - von Anfang an!

Kornelia Roth, der wir die letzten Titelbilder von GynSpectrum verdanken, ist im Frühjahr 2002 selbst an Brustkrebs erkrankt. Sie sprach mit uns über ihre Erfahrungen mit der Krebserkrankung und -behandlung und über ihr künstlerisches Schaffen.

Interview mit Kornelia Roth, Heidelberg

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16.03.2011 - 19.03.2011
St. Gallen - 12th International Conference Primary Therapy of Early Breast Cancer
St. Gallen, Schweiz
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