Heft 01 2004


Adjuvante Therapie der jungen Mammakarzinom-Patientin

Endokrine Therapieoptionen beim Mammakarzinom:Wann hat welche Substanz ihren Platz?

Sequenztherapie gibt neue Perspektiven

Ovarschutz unter Chemotherapie

Targeted Therapy...

Editorial

Neues zum Mammakarzinom

Prof.Dr.med.Manfred Kaufmann, Direktor der Klinik für Gynäkologie und Geburtshilfe, Goethe-Universität Frankfurt /Main

Übersicht

Adjuvante Therapie der jungen Mammakarzinom-Patientin

Der in jungem Alter entstehende Brustkrebs wird allgemein als eine besondere Form der Erkrankung betrachtet. Er weist besonders aggressive biologische Eigenschaften auf und ist in der Regel mit einer deutlich schlechteren Prognose bezüglich Rezidivfreiheit und Überlebenszeit verbunden.

Professor Dr.med. Fritz Jänicke, Klinik und Poliklinik für Frauenheilkunde,Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf

Interview

Sequenztherapie gibt neue Perspektiven

Francesco Boccardo, Professor und Direktor für Medizinische Onkologie an der Universität und am Nationalen Krebsforschungsinstitut in Genua/Italien, ist Studienleiter der Italienischen „Intergruppo Tamoxifen Anastrozol “ (ITA-) Studie. Die Ergebnisse dieser Studie, die erstmals die adjuvante sequenzielle Therapie mit Anastrozol untersucht, wurden auf dem San Antonio Breast Cancer Symposium im Dezember 2003 vorgestellt.

Interview mit Professor Dr.med. Francesco Boccardo, Direktor für Medizinische Onkologie,Universität Genua / Italien

Im Blickpunkt

Ovarschutz unter Chemotherapie

Etwa 50% aller prämenopausalen Patientinnen mit Mammakarzinom – aber auch mit anderen nicht-hormonsensitiven Tumoren oder Systemerkrankungen (Leukämien, Lymphome) – erleiden eine Chemotherapie induzierte Amenorrhoe. Damit verbunden sind subjektive und objektive Symptome des Hormonmangels, die langfristig zu einer erhöhten Morbidität und auch Mortalität führen können. Es ist davon auszugehen, dass eine zweijährige Amenorrhoe für den Krankheitsverlauf des Mammakarzinoms ausreichend ist. Alkylierende Substanzen (z.B. Cyclophosphamid) und Anthrazykline schädigen das Ovar besonders stark. Bisher liegen wenige Daten zum Ovarschutz beim Mammakarzinom vor. Unabhängig von der Hormonempfindlichkeit des zugrundeliegenden Tumors sollte allen jungen Frauen – die Altersgrenze wird hier überwiegend bei 40 Jahren gesetzt – vor Chemotherapie beginnend, parallel hierzu und bis zu 3 Monate nach Abschluss der Chemotherapie ein GnRH-Agonist (3,6 mg Goserelin) alle 4 Wochen sub kutan appliziert werden. „Junge“ prämenopausale Patientinnen mit hormonsensitivem Mammakarzinom profitieren mit einem Überlebensvorteil von einer Fortführung der Goserelingabe über bis zu 2 Jahre.

Professor Dr.med. Bernd Gerber, I. Frauenklinik der Ludwig-Maximilian-Universität München

Kongress

Fortschritte in der adjuvanten Therapie des frühen Mammakarzinoms

Bericht vom 24th Annual San Antonio Breast Cancer Symposium, 2. – 6. Dezember 2004

Die adjuvante Brustkrebstherapie steht vor Veränderungen: Nach der vor 2 Jahren vorgestellten ATAC-Studie, die erstmals die Überlegenheit von Anastrozol beim frühen Brustkrebs zeigte, sprechen nun weitere Daten für die gegenüber Tamoxifen stärkere Senkung des Rezidivrisikos durch Aromatasehemmer. Auch für Patientinnen mit Rezeptor-negativem Mammakarzinom gibt es viel versprechende Resultate: Effektiver als die bisherige adjuvante Standardtherapie mit dem FAC-Regime hat sich die TAC-Kombination erwiesen.

von Dr. Katharina Arnheim, Berlin

Kongress

ART: Individualisierte Therapie als Ziel

Bericht vom 4. Symposium für Gynäkologische Endokrinologie und Fortpflanzungsmedizin und dem XVII. Jahrestreffen der Deutschen IVF-Zentren, Lübeck, 20. – 22.11.2003

Aus dem traditionellen Treffen der Deutschen IVF-Zentren, das bereits zum 17. Mal stattgefunden hat, ist mittlerweile der wichtigste jährliche Kongress der Deutschen Gynäkologischen Endokrinologie und Reproduktionsmedizin geworden.
Diese gemeinsame Veranstaltung der Deutschen Gesellschaft für Gynäkologische Endokrinologie und Fortpflanzungsmedizin (DGGEF e.V.), des Bundesverbandes Reproduktionsmedizinischer Zentren (BRZ e.V.) und der Arbeitsgemeinschaft Reproduktionsbiologie des Menschen (AGRBM e.V.) findet zunehmende Beachtung.

Professor Dr.med. Ricardo Felberbaum, Professor Dr.med. Klaus Diedrich, Klinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe, Campus Lübeck,Universitätsklinikum Schleswig-Holstein

Neue Therapiekonzepte

Targeted Therapy – EGF-Rezeptorhemmung beim Mammakarzinom

Mit der Zulassung des monoklonalen anti-HER-2/neu-Antikörpers Trastuzumab für die Therapie des metastasierten Mammakarzinoms wurde nach den hormonellen Behandlungsmöglichkeiten bei Steroidhormonrezeptor-Positivität die zweite Generation der „targeted therapies“ beim Mammakarzinom geboren [1].Mittlerweile ist bekannt, dass HER-2/neu gerade durch die heterologe Dimerisierung mit dem „epidermal growth factor receptor“ EGFR (auch HER-1 genannt) vielfach verknüpfte Signaltransduktionsketten in Gang setzt. Die relative Bedeutung der Expressionen von HER-2/neu und EGFR für die Prognose des Mammakarzinoms ebenso wie für die Prädiktion von anti-EGFR- und anti-HER-2/neu-gerichteten Therapien ist nicht bekannt.

Dr.med. Diana Lüftner ,Medizinische Klinik und Poliklinik II, Schwerpunkt Onkologie und Hämatologie, Universitätsmedizin Berlin, Charité, Campus Mitte

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