Heft 01 2007
EFECT-Studie: Fulvestrant erweitert endokrine Therapiesequenz
TAnDEM-Studie: Kombinationstherapie mit Trastuzumab
und Anastrozol
PACT-Studie zur Therapietreue bei Patientinnen mit Brustkrebs
Stellenwert der Myomembolisation...
Editorial
Therapiestrategien beim metastasierten Mammakarzinom
Professor Dr. med. Christian Jackisch, Offenbach
Übersicht
EFECT-Studie: Fulvestrant erweitert endokrine Therapiesequenz
Aufgrund des verstärkten Einsatzes moderner Aromatasehemmer in der adjuvanten Therapie des Hormonrezeptor-positiven Mammakarzinoms sind immer mehr Patientinnen im Fall einer Progression bereits entsprechend vorbehandelt. Mit dem reinen Östrogenrezeptorantagonisten Fulvestrant steht eine Substanz zur Verfügung, die auch nach Versagen von Aromataseinhibitoren wirksam ist, wie die Ergebnisse der EFECT-Studie zeigen.
Professor Dr. med. Kurt Possinger, Medizinische Klinik für Onkologie und Hämatologie, Charité Campus Mitte, Universitätsmedizin Berlin
Übersicht
TA nDEM-Studie: Kombinationstherapie mit Trastuzumab und Anastrozol
Die Therapie des metastasierten Mammakarzinoms bleibt eine der bedeutenden Herausforderungen der klinischen Onkologie, obwohl das Überleben der Patientinnen in den vergangenen Jahren durch eine optimierte Anwendung der Standardtherapie sowie die rasche Etablierung neuer Therapiewege deutlich verlängert werden konnte.
Vor allem für Patientinnen mit besonders schlechter Prognose, wie beispielsweise bei einer HER2/neu- Überexpression, sind die Behandlungsergebnisse jedoch weiterhin unbefriedigend. Etwa die Hälfte der HER2- positiven Tumoren sind zudem Hormonrezeptor- positiv. Für diese co- positiven Patientinnen fehlte bisher für das metastasierte Erkrankungsstadium eine Aussage zur Kombinationsmöglichkeit einer endokrinen Therapie mit dem bereits etablierten humanisierten Antikörper Trastuzumab. Diese Therapieoption wurde in der TAnDEMStudie untersucht.
Professor Dr. med. Christian Jackisch, Klinik für Gynäkologie und Geburtshilfe, Klinikum Offenbach GmbH
Kongress
Hoher Stellenwert endokriner Therapien beim Mammakarzinom
Einer der Höhepunkte des San Antonio Breast Cancer Symposiums (SABCS) 2006 war die Präsentation aktueller Daten der Metaanalyse der Early Breast Cancer Trialists’ Collaborative Group (EBCTCG), die u.a. die Bedeutung einer endokrinen Therapie bei Patientinnen mit Östrogenrezeptor- positivem Mammakarzinom belegen.
Vorgestellt wurden zudem Daten zum Stellenwert der LHRH- Analoga sowie zur Verträglichkeit von Anastrozol. Auch über die Ergebnisse der EFECT- Studie, die die Aktivität des Östrogenrezeptorantagonisten Fulvestrant nach Versagen eines nichtsteroidalen Aromatasehemmers demonstrieren, wurde berichtet.
Bericht vom 29th San Antonio Breast Cancer Symposium, 14.–17. Dezember 2006, Dr. Katharina Arnheim, Berlin
Im Blickpunkt
Fortbildung zum Brustoperateur nach den Kriterien der AWOgyn
Die Arbeitsgemeinschaft für ästhetische, plastische und wiederherstellende Operationen in der Gynäkologie (AWOgyn e.V.) bietet die Möglichkeit einer freiwilligen zweijährigen Fortbildung zum Brustoperateur an. Ziel ist die Qualitätssicherung in der Brustchirurgie, um eine optimale Behandlung sicherzustellen.
Professor Dr. med. Peter Schmidt-Rhode, 1. Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft für ästhetische, plastische und wiederherstellende Operationen in der Gynäkologie e.V., Hamburg
Im Blickpunkt
PACT-Studie zur Therapietreue bei Patientinnen mit Brustkrebs
Die PACT-Studie geht einer Frage nach, die bisher nicht beantwortet werden konnte und in dieser Form in Deutschland noch nicht gestellt wurde: Halten Brustkrebspatientinnen, die nach einer Operation mit einem Aromatasehemmer behandelt werden, ihren Therapieplan ein? Gleichzeitig wird untersucht, warum Patientinnen gegebenenfalls ihre Therapie abbrechen und ob die Therapietreue durch zusätzliche Informationen verbessert werden kann.
Hilde Schulte, Bundesvorsitzende der Frauenselbsthilfe nach Krebs Bundesverband e.V., Bonn
Im Blickpunkt
Stellenwert der Myomembolisation in der Myombehandlung
Die Myomembolisation wird in den letzten Jahren in Deutschland zunehmend propagiert und in den Medien häufig als sehr einfaches, erfolgreiches, organerhaltendes Verfahren dargestellt. Gynäkologen sollten jedoch über Indikationen, Kontraindikationen und Komplikationen der Methode informiert sein, um ihre Patientinnen entsprechend beraten zu können.
Professor Dr. med. Thomas Römer, Evangelisches Krankenhaus Weyertal gGmbH, Köln