Heft 03 2005
Operative und intraoperative Strahlentherapie beim Mammakarzinom
Fulvestrant im klinischen Alltag – Übersicht und Fallstudie
Endometriose und Sterilität – klinische und Grundlagenaspekte
Die aktuellen Empfehlungen von St....
Editorial
Postoperative Bestrahlung bei Brustkrebs im Wandel
Prof. Dr. med. Hans-Jörg Senn, St. Gallen/Schweiz
Übersicht
Operative und intraoperative Strahlentherapie beim Mammakarzinom
Dr. med. Oliver J. OttDie operative und intraoperative Strahlentherapie beim Mammakarzinom werden derzeit in den senologischen Fachkreisen verstärkt wahrgenommen und kontrovers diskutiert. Anlass für diese Aufmerksamkeit sind aktuelle Studien zur alleinigen akzelerierten Teilbrustbestrahlung, in denen untersucht wird, ob in ausgewählten Fällen die standardmäßige 6-wöchige Homogenbestrahlung der gesamten Brust nach einer organerhaltenden Operation durch eine intraoperative Einzeitbestrahlung des Tumorbetts oder eine interstitielle Brachytherapie über 5 Tage ersetzt werden kann.Historisch gesehen, leiten sich alle experimentellen Ansätze zur Teilbrustbestrahlung von der kleinvolumigen Dosisaufsättigung (Boostbestrahlung) um 10-20 Gy nach 50 Gy Ganzbrustbestrahlung bei erhöhtem Lokalrezidivrisiko (z.B. nach R1- Resektion) ab. Im Folgenden stellen wir unter besonderer Berücksichtigung der operativen und intraoperativen Strahlentherapieverfahren die Bedeutung der Boostbestrahlung heraus. Im zweiten Teil beschreiben wir die unterschiedlichen Techniken der Teilbrustbestrahlung und schließen mit einer kurzen Beurteilung dieser Verfahren.
Dr. med. Oliver J. Ott
Kongress
Die adjuvante Trias beim frühen Brustkrebs
Bericht vom 41. Kongress der Amercian Society of Clinical Oncology (ASCO), 14.17. Mai 2005 in Orlando, FL/USA
Mit der Vorstellung der Studie ABCSG 6A auf der Tagung der Amercian Society of Clinical Oncology (ASCO) deckt Anastrozol nun den gesamten Bereich der adjuvanten Therapie ab. Anastrozol ist der einzige Aromatasehemmer, der in allen adjuvanten Situationen erfolgreich geprüft wurde: Sowohl bei primären Einsatz direkt nach Operation als auch nach 2 Jahren Tamoxifen und – jetzt neu – nach abgeschlossener 5-jähriger Tamoxifen- Therapie wird mit Anastrozol eine signifikante Senkung der Rezidivrate beim frühen Brustkrebs erreicht. Nicht nur die Effektivitätsdaten sind überzeugend. Anastrozol ist außerdem der Aromatasehemmer, dessen günstiges Verträglichkeitsprofil an großen Patientenzahlen am besten dokumentiert ist. Nicht zu vergessen:
aus der abgeschlossenen ATAC-Studie verfügt man auch über langfristige Verträglichkeitsdaten aus 5 Therapiejahren.
Berichterstattung: Dr. Katharina Arnheim, Berlin
Kongress
Aktuelles zur HT in der Postmenopause
Bericht von der Jahrestagung der Deutschen Menopause Gesellschaft, 17. und 18. Juni 2005 in Münster
Wichtige Themen der diesjährigen Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für
Menopause (DMG) – ausgerichtet vom neu gewählten Präsidenten Professor Ludwig Kiesel in Münster – waren u.a. Kognition und Demenz, Sexualität, der Einfluss von Hormonen auf die Brust, der Stellenwert pflanzlicher Präparate und die Bedeutung des Metabolischen Syndroms.
Berichterstattung: Dr. med. Petra Stute, Münster
Kasuistik
Fulvestrant im klinischen Alltag Übersicht und Fallstudie
Seit März 2004 ist der Wirkstoff Fulvestrant (Faslodex®) zur palliativen Therapie bei hormonsensitivem Brustkrebs in der postmenopausalen Situation nach Versagen von Tamoxifen zugelassen.Mit Fulvestrant steht der erste reine Östrogen-antagonist zur Verfügung, der sich zugleich durch sehr gute Verträglichkeit und hohe Effektivität am Tumor auszeichnet.
Dr. med. Friederike Gieseking, Frauenklinik, Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf
Im Blickpunkt
Endometriose und Sterilität klinische und Grundlagenaspekte
Die genauen Mechanismen und das Ausmaß der Fertilitätsminderung sind – insbesondere bei geringgradig ausgeprägter Endometriose–spekulativ. Unter bestimmten Voraussetzungen kann mittels ovarieller Stimulation in Verbindung mit intrauterinen Inseminationen (COH-IUI) über eine limitierte Anzahl von Behandlungszyklen eine 3- bis 5-fache Erhöhung der monatlichen Fruchtbarkeitsrate (MFR) bei Patientinnen mit milder Endometriose erzielt werden. Vor allem aber bei schwerer Endometriose ist die In-vitro-Fertilisation oft die einzig effektive Methode für die Patientin, doch noch zu konzipieren. Die Schwangerschaftsraten liegen aber um knapp 20% niedriger als bei rein tubarer Sterilität. Ein differenziertes Therapiekonzept bei endometrioseassoziierter Subfertiliät sollte sich am Ausmaß der Erkrankung und weiteren Sterilitätsfaktoren orientieren, wobei ein sinnvoller Behandlungsalgorithmus auch die Konzeptionswahrscheinlichkeit ohne Therapie mit einbeziehen muss.
Priv.-Doz. Dr. med. Robert R. Greb, Klinik und Poliklinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe, Universitätsklinikum Münster