Heft 04 2007
Biologicals beim Mammakarzinom – Status und Perspektiven
Biologicals beim Ovarialkarzinom – neue Therapiestrategien
Endometriose individuell und umfassend behandeln
Aktualisierung der S3-Leitlinie Mammakarzinom
Editorial
Biologicals – Euphorie versus Realität
Professor Dr. med. Dr. h.c. Manfred Kaufmann, Frankfurt
Übersicht
Biologicals beim Mammakarzinom – Status und Perspektiven
Das Tumorwachstum wird über eine Vielzahl von Signalwegen gesteuert, die vielfältig miteinander interagieren. Deshalb sind von der Entschlüsselung dieser Signalwege und ihrer wesentlichen Schaltstellen sowie von der Entwicklung von Substanzen, die dort gezielt hemmend eingreifen, Therapiefortschritte zu erwarten. Kombinationen verschiedener zielgerichteter Therapien, die mehrere relevante Signalwege hemmen, sowie die Kombination zielgerichteter und konventioneller Therapien versprechen weitere Verbesserungen. Neue Substanzen, die auf unterschiedliche Weise Signalwege beeinflussen, sind in der klinischen Entwicklung. Es handelt sich entweder um monoklonale Antikörper, die an extrazellulären Rezeptordomänen angreifen, oder um so genannte Small Molecules, die durch eine Interaktion mit intrazellulären Rezeptor-Tyrosinkinasen oder nachgeordneten Schaltstellen Signalwege inhibieren.
Professor Dr. med. Christian Jackisch, Klinik für Gynäkologie und Geburtshilfe, Klinikum Offenbach GmbH
Übersicht
Biologicals beim Ovarialkarzinom – neue Therapiestrategien
Das Ovarialkarzinom ist in Europa das fünfthäufigste Malignom der Frau, nimmt aber aufgrund seiner schlechten Prognose den ersten Platz in der relativen Mortalitätsstatistik der gynäkologischen Malignome ein. Trotz multimodaler Therapie treten bei der Mehrzahl der Patientinnen Rezidive auf. Derzeit wird in verschiedenen Studien untersucht, inwieweit die Überlebensdaten durch den Einsatz von Biologicals wie z.B. Bevacizumab oder Erlotinib verbessert werden können.
Professor Dr. med. Jalid Sehouli, Klinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe, Charité/Campus Virchow-Klinikum, Universitätsmedizin Berlin, Europäisches Kompetenzzentrum für Eierstockkrebs
Kongress
Aktuelle Aspekte zur Diagnose und Therapie der Endometriose
Die Themen Endometriose, Gebärmutter und Fruchtbarkeit standen im Mittelpunkt des traditionsgemäß im Zweijahresrhythmus von der Stiftung Endometrioseforschung veranstalteten Endometriose-Kongresses. Mehr als 500 Ärzte sowie Vertreterinnen der Selbsthilfegruppen diskutierten über verschiedene Aspekte aus der Grundlagenforschung, klinische Probleme, Rehabilitation und Nachsorge sowie Versorgungsstrukturen. Leitlinien, Schwerpunktbildung, Qualitätskontrolle sowie die Zertifizierung von Endometriosezentren bildeten weitere Schwerpunkte dieser Tagung.
Bericht vom 7. Deutschen Endometriose-Kongress, Berlin, 26.–29. September 2007 Professor Dr. med. Dr. h.c. Karl-Werner Schweppe, Frauenklinik Ammerland, Westerstede
Interview
Endometriose individuell und umfassend behandeln
Etwa 7% bis 15% der Frauen erkranken im Alter zwischen der Pubertät und den Wechseljahren an einer Endometriose. Damit ist die Endometriose die zweithäufigste benigne gynäkologische Erkrankung. Trotzdem wird sie eher selten und häufig erst spät diagnostiziert. Erforscht werden nichtinvasive Tests, um die Diagnose der Endometriose weiter zu verbessern.
Interview mit Dr. med. Schima Djalali und Professor Dr. med. Daniela Hornung, Universitätsfrauenklinik, Universitätsklinikum Schleswig-Holstein, Campus Lübeck
Im Blickpunkt
Aktualisierung der S3-Leitlinie Mammakarzinom
Ende Januar 2008 wird die aktualisierte Stufe-3 (S3)-Leitlinie zur Diagnostik, Therapie und Nachsorge des Mammakarzinoms der Frau vorgelegt werden. Sie berücksichtigt neue wissenschaftliche Erkenntnisse und Erfahrungen aus der Praxis, die seit der letzten Aktualisierung gewonnen wurden.
Professor Dr. med. Rolf Kreienberg [1], PD Dr. med. Ina Kopp [2], [1] Universitäts-Frauenklinik Ulm, [2] Philipps-Universität, Marburg
Im Blickpunkt
Vertrauensvolle Kommunikation zwischen Arzt und Patientin
Drei Monate vor der Jahrtausendwende erfuhr Doris Christiane Schmitt, dass sie an Brustkrebs erkrankt ist. Inzwischen ist sie Vorstandsvorsitzende von mamazone – Frauen und Forschung gegen Brustkrebs, Deutschlands größter Brustkrebsinitiative, und vertritt ihre Organisation auf Kongressen, hält Vorträge und leitet Kommunikationstrainings für Ärzte und Brustkrebspatientinnen. Sie unterstützt das PACTProgramm, um Patientinnen über den Umgang mit Nebenwirkungen der antihormonellen Therapie zu informieren.
Doris Christiane Schmitt, erste Vorsitzende des Vorstands mamazone e.V., Radolfzell