Heft 01 2006
Das Mammakarzinom: Adjuvante Therapie der jüngeren Patientin unter 40 Jahren
Adjuvante Mammakarzinomtherapie der älteren Patientin
Endokrine Therapie des Mammakarzinoms – was und wie lange?
Kinderwunsch in der Krise
Editorial
Altersadäquate Therapie des Mammakarzinoms
Das Mammakarzinom ist die häufigste Krebserkrankung der Frau. Statistisch erkranken ca. 8% der Frauen, die das 75. Lebensjahr erreichen, an Brustkrebs. 25%-30% der Frauen sind zum Zeitpunkt der Diagnosestellung prämenopausal. Die Inzidenz der Erkrankung ist allgemein leichtsteigend, besonders auch in dieser Altersgruppe.
Professor Dr. med. Wolfgang Eiermann, München
Übersicht
Das Mammakarzinom: Adjuvante Therapie der jüngeren Patientin unter 40 Jahren
Es ist akzeptiertes Wissen, dass die Prognose bei sehr jungen Mammakarzinom-Patientinnen besonders ungünstig ist. Das gilt für
das Auftreten lokoregionärer Rezidive ebenso wie für die Inzidenz von Fernmetastasen.
Diese Erkenntnis spiegelt sich seit einigen Jahren auch in den Risikoeinschätzungen nationaler und internationaler Konsensusgremien
wider. Aktuelle Studiendaten lassen erkennen, dass die Therapie sehr junger
Patientinnen (< 35 Jahre) besondere Aufmerksamkeit verdient und nur in geringem Umfang durch Studienergebnisse abgesichert ist. Falls eine Chemotherapie indiziert ist, so sollte diese anthrazyklinbasiert sein. Bei
„endocrine responsiveness“ wird insbesondere bei Frauen unterhalb des 40. Lebensjahres eine mindestens zweijährige medikamentöse ovarielle Ablation mit GnRH-Analoga in Kombination mit einer fünfjährigen Tamoxifentherapie
empfohlen. Die Chemotherapieinduzierte Amenorrhoe (CIA) ist dabei als
prognostisch günstiges Symptom, nicht aber als Therapieziel zu verstehen.
Professor Dr. med. Christian Jackisch, Klinik für Gynäkologie und Geburtshilfe, Klinikum Offenbach GmbH
Übersicht
Adjuvante Mammakarzinomtherapie der älteren Patientin
Mehr als 50% der Brustkrebspatientinnen in Deutschland sind heute bereits über 65 Jahre alt – und die Tendenz ist steigend.
Dennoch ist diese Altersgruppe in den aktuellen Mammakarzinom-Studien
unterrepräsentiert, und die Therapieentscheidungen basieren meist auf Analogieschlüssen zu den Studienergebnissen, die mit einem zum Teil deutlich jüngeren Patientinnenklientel erzielt wurden.
Professor Dr. med. Fritz Jänicke, Frauenklinik des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf
Interview
Endokrine Therapie des Mammakarzinoms was und wie lange?
Herr Professor Lück hat nach einer mehr als 15-jährigen Tätigkeit an der Frauenklinik der MH Hannover mit Beginn des Jahres 2006 die Leitung der Systemischen Gynäko-Onkologie an der Klinik für Gynäkologie und Gynäkologische Onkologie der Dr.-Horst-Schmidt-Kliniken in Wiesbaden übernommen. Er zählt seit Jahren zu den national und international angesehensten Vertretern der gynäkologischen Onkologie in Deutschland und war Studienleiter verschiedener Phase-II- und -III-Studien zum metastasierten Mammakarzinom.
Fragen an Herrn Professor Dr. med. Hans-Joachim Lück, Dr. Horst- Schmidt- Kliniken GmbH Wiesbaden
Im Blickpunkt
Kinderwunsch in der Krise
Kinderlosigkeit ist in Deutschland längst keine Randgruppenerscheinung mehr. Die gewollte Kinderlosigkeit nimmt bei vielen Paaren angesichts langer Bildungs- und Ausbildungszeiten und dem grundsätzlichen Vorrang des Berufs vor Familie und Nachwuchs zu. Darüber hinaus ist aber auch ein Anstieg der ungewollten Kinderlosigkeit durch die Verlagerung des Kinderwunsches in eine spätere Lebensphase erkennbar. Die Geburtenrate ist damit in Deutschland auf 1,3 gesunken. Das bedeutet: jede Frau hat im Durchschnitt 1,3 Kinder; in der Realität heißt das: Viele Frauen bekommen zwei oder mehr Kinder, aber viele – zu viele! – bleiben kinderlos. In Dänemark ist die Geburtenrate mit 1,7,und auch in Frankreich mit 1,9 deutlich höher.
Professor Dr. med. Klaus Diedrich
Expertenforum
Mammakarzinom und Kontrazeption
Das Mammakarzinom ist die häufigste Krebserkrankung der Frau. Statistisch erkranken ca. 8% der Frauen, die das 75. Lebensjahr erreichen, an Brustkrebs. 25%-30% der Frauen sind zum Zeitpunkt der Diagnosestellung prämenopausal. Die Inzidenz der Erkrankung ist allgemein leicht steigend, besonders auch in dieser Altersgruppe.
Auf die Frage: "Was ist bei der Verhütung während Mammakarzinomtherapie zu beachten?" antwortet Professor Dr. med. Manfred Kaufmann, Direktor der Klinik für Gynäkologie und Geburtshilfe der Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt
Praxistipps
Endlich mehr Zeit und weniger Stress
„Ich kann mich noch so beeilen, irgendwie schaffe ich es einfach nicht, fertig zu werden!“ Kennen auch Sie dieses deprimierende Gefühl? Sie gehen früher zur Arbeit, weil Sie fest entschlossen sind, alles aufzuholen, nur um dann mit einer neuen Flut von Aufgaben, Projekten und Problemen überhäuft zu werden. Am Ende des Tages sind Sie total geschafft, konnten aber nichts von Ihrer To-do-Liste streichen – im Gegenteil, Ihre Liste wird nur noch länger! Work-Life-Balance hilft gegen das "Keine-Zeit-haben-Syndrom"
Professor Dr. Lothar Seiwert, Heidelberg