Heft 02 2008


Endokrine Systemtherapie in der Prämenopause

Fulvestrant in der klinischen Praxis sowie neoadjuvant in der NEWEST-Studie

PARP-Inhibitoren – eine neue Behandlungsoption

Aromatasehemmer-induzierte rheumatische Beschwerden –...

Editorial

Endokrine Systemtherapie

Professor Dr. med. Michael Gnant, Wien

Übersicht

Endokrine Systemtherapie in der Prämenopause

Die adjuvante Systemtherapie bei Mammakarzinom-Patientinnen in der Prämenopause wird nach wie vor kontrovers diskutiert. Die Bedeutung der alleinigen endokrinen Therapie wird häufig unterschätzt, während die der endokrinen Therapie nach Chemotherapie überbewertet wird. Auch ist die Bedeutung der wieder einsetzenden Hormonproduktion und deren möglicher negativer Einfluss auf okkulte hormonrezeptorpositive Tumorzellen unklar. Fragen hinsichtlich Art, Dauer und Sequenz der endokrinen Therapie (Tamoxifen, Aromatasehemmer, GnRHAgonisten) sind ungeklärt.

Professor Dr. med. Bernd Gerber, Universitäts-Frauenklinik Rostock

Übersicht

Fulvestrant in der klinischen Praxis sowie neoadjuvant in der NEWEST-Studie

Neben Aromatasehemmern und Tamoxifen ist der Östrogenrezeptor-Antagonist Fulvestrant seit der Zulassung in Deutschland im März 2004 ein fester Bestandteil der Therapie beim fortgeschrittenen und metastasierten Mammakarzinom. Gemäß der Zulassung ist eine Behandlung mit Fulvestrant bei Diagnose eines hormonrezeptorpositiven Rezidivs in der Postmenopause während oder nach Antiöstrogentherapie sowie bei Progress im metastasierten Stadium nach Behandlung mit Tamoxifen oder Aromatasehemmern indiziert. Als dritte antihormonelle Substanzklasse in der sequenziellen endokrinen Therapie des fortgeschrittenen Mammakarzinoms erweitert Fulvestrant das therapeutische Spektrum und ermöglicht eine längere rein endokrine Behandlung und somit den Aufschub einer Chemotherapie.

Dr. med. Nina Gottschalk, Dr. med. Stefan Paepke, Professor Dr. med. Nadia Harbeck, Frauenklinik und Poliklinik der Technischen Universität München

Übersicht

Endometriumkarzinom bei jungen Frauen – primäre Hormontherapie

Das Endometriumkarzinom tritt vorrangig in der Postmenopause auf, der Altersgipfel liegt bei 63 Jahren. Insgesamt 20% der Patientinnen befinden sich vor der Menopause, nur etwa 5% sind jünger als 40 Jahre. Ob eine Hormontherapie angewendet werden kann, hängt von pathogenetischen und pathologisch-anatomischen Faktoren ab.

Professor Dr. med. Günter Köhler, Klinik und Poliklinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe, Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald

Kongress

Neue Therapieoptionen in der Adjuvans und Neoadjuvans

Die Ergebnisse der Ende 2007 erstmals präsentierten 100-Monats-Analyse der ATACStudie wurden auf dem EBCC ausführlich diskutiert. Die aktuelle Auswertung belegt den Langzeitnutzen von Anastrozol. Auch gibt es neue Daten, die den Benefit der Trastuzumab-Therapie in der Neoadjuvans bei Patientinnen mit HER2-positivem Mammakarzinom dokumentieren. Kontrovers diskutiert wurde der Stellenwert der Radiatio bei postmenopausalen Patientinnen.

Bericht von der 6th European Breast Cancer Conference (EBCC), Berlin, 15.–19. April 2008 - Dr. Katharina Arnheim, Berlin

Kongress

Risiken der IVF-Behandlung

Einlingskinder aus In-vitro-Fertilisations (IVF)-Schwangerschaften mit mehreren Fruchtanlagen haben einen deutlich schlechteren Start ins Leben als „echte“ Einlingskinder und ein erhöhtes Mortalitätsrisiko. Bisher zu wenig beachtet wird im Rahmen der Betreuung von Paaren mit Kinderwunsch die Bedeutung von Stress, verursacht durch die Kinderlosigkeit und die IVF-Behandlung. Ein ovarielles Überstimulationssyndrom, weiterhin eine der schwerwiegendsten Komplikationen der IVF-Behandlung, kann heute in der Mehrzahl der Fälle verhindert werden.

Bericht vom ESHRE (European Society of Human Reproduction and Embryology) Campus-Workshop „Current understanding and management of health risks associated with IVF“, Lübeck, 18. Januar 2008

PD Dr. med. M.Sc. Georg Griesinger, Professor Dr. med. Klaus Diedrich, UKL Universitäres Kinderwunschzentrum Lübeck, Zentrum für Gynäkologische Endokrinologie und Reproduktionsmedizin am Universitätsklinikum Schleswig-Holstein – Medizinisches Versorgungszentrum Ambulanzzentrum des UK-SH GmbH – und Klinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe, Universitätsklinikum Schleswig-Holstein, Campus Lübeck

Im Blickpunkt

PARP-Inhibitoren – eine neue Behandlungsoption

Das Enzym Poly-ADP-Ribose-Polymerase (PARP)-1 hat eine wichtige Funktion bei der Reparatur von DNA-Strangbrüchen. Möglicherweise verringert das Enzym die Wirkung von Alkylanzien, die im Rahmen der Krebstherapie eingesetzt werden. Derzeit wird in Studien die Wirksamkeit verschiedener PARP-Inhibitoren bei Patientinnen mit Mammakarzinom untersucht.

Professor Dr. med. Gunter von Minckwitz, German Breast Group, Neu-Isenburg, und Universitäts-Frauenklinik Frankfurt

Im Blickpunkt

Aromatasehemmer-induzierte rheumatische Beschwerden – Klinik und Therapie

Etwa 30% der Patientinnen, die mit Aromatasehemmern oder Tamoxifen behandelt werden, leiden unter Arthralgien und weichteilrheumatischen Beschwerden. Durch eine bedarfsgerechte Therapie mit nichtsteroidalen Antirheumatika können die Schmerzen meist relativ schnell und effektiv gelindert werden.

Dr. med. Wolfgang W. Bolten, Klaus Miehlke-Klinik Wiesbaden

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