Heft 04 2004
Der Tumor als chronische Erkrankung
Disease- Management- Programm (DMP) Mammakarzinom
Sreeningprogramm im Rahmen des Disease-Management bei Brustkrebs
Präoperatives Staging beim Zervixkarzinom
Editorial
Das metastasierte Mammakarzinom – eine unheilbare Erkrankung !?
Professor Dr.med. Jörn Hilfrich, Henriettenstiftung Hannover
Übersicht
Der Tumor als chronische Erkrankung
Hauptziel in der Behandlung von Patientinnen mit einem metastasierten Brustkrebs ist die Wiederherstellung und Erhaltung der Lebensqualität bei gleichzeitiger Linderung von Metastasen-bedingten Beschwerden.
Durch Einführung überwiegend zielgerichtet wirkender neuer Therapien –
wie z.B. humanisierte Antikörper, Aromatasehemmer, reine Antiöstrogene, Taxane, Capecitabin – hat sich das Überleben von Patientinnen mit metastasiertem Brustkrebs in den letzten 10 Jahren signifikant verbessert. Supportive Therapien können heute Chemotherapie-bedingte Nebenwirkungen deutlich verringern. Auch wenn fortgeschrittenes Brustkrebsleiden (noch) nicht heilbar ist, können wir heute bereits von einer chronischen Erkrankung sprechen.
Prof. Dr.med. Bernd Gerber,Universitäts-Frauenklinik Rostock
Disease-Management-Programm (DMP) Mammakarzinom
Im Gesundheitssystem stehen bisher den vielfältigen Problemen der Kranken- und Gesundheitsversorgung nur begrenzt tragfähige Problemlösungen gegenüber.Der Versuch,Antworten sowohl auf ökonomische Probleme und limitierte Ressourcen, als auch auf Fragen der Qualitätsverbesserung zu finden, hat zur Entwicklung von Disease-Management-Programmen (DMP) geführt.
Dr.med. Karsten Gnauert, Prof. Dr.med. Andreas du Bois, Klinik für Gynäkologie und gynäkologische Onkologie, Dr.-Horst-Schmidt-Klinik (HSK) Wiesbaden
Statement
Disease-Management bei Brustkrebs – Pro und Contra
Die Disease-Management-Programme (DMP) werden sehr kontrovers diskutiert. Das bereits etablierte DMP Diabetes mellitus beispielsweise wurde auf Seiten der Ärzte kritisiert, von Politik und Krankenkassen hingegen gelobt.
Prof. Dr.med. Eckhard Petri, Frauenklinik,Helios Kliniken Schwerin
Interview
Screeningprogramm im Rahmen des Disease-Management bei Brustkrebs
Das Mammographie-Screening im Rahmen eines Krebsfüherkennungs- Programms ist eine wichtige Voraussetzung, um die Sterblichkeit an Brustkrebs zu senken. Im folgenden Interview stellt Frau Professor Ingrid Schreer, Leiterin des Mammazentrums des Universitätsklinikums Schleswig-Holstein (Campus Kiel) die ersten Ergbenisse der drei Screening-Pilotprojekte vor und beleuchtet die aktuelle Situation in Deutschland im internationalen Vergleich.
Interview mit Frau Professor Dr.med. Ingrid Schreer,Universitätsklinikum Schleswig-Holstein, Campus Kiel,Mammazentrum
Kongress
Brustkrebstherapie in Bewegung
Bericht von der 24. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Senologie,
Freiburg, 2. – 4. September 2004
Als interdisziplinäres Forum bot die Senologie-Jahrestagung 2004 Gynäkologen,
Onkologen, Chirurgen und Radiotherapeuten den Rahmen zur Diskussion neuester Ergebnisse in der Brustkrebstherapie.
Dabei zeigte sich: Der Nutzen der Aromatasehemmer ist nach den Kriterien der
evidenzbasierten Medizin bereits gesichert.
Noch unklar ist hingegen, ob mit einer Teilbrustbestrahlung gleichwertige
Ergebnisse wie mit der Radiatio der gesamten Brust erzielt werden können.
Dr. Katharina Arnheim, Berlin
Im Blickpunkt
Präoperatives Staging beim Zervixkarzinom
Die Stadieneinteilung des Zervixkarzinoms erfolgt nach Übereinkunft der FIGO
(Federation Internationale de Gynecologie et d´Obstetrique) noch immer „klinischdiagnostisch“.
Zwar entsprechen die Definitionen dem TNM-System, beruhen aber
nicht auf histopathologisch gesicherten Befunden.Deshalb ist nach Anamneseerhebung und allgemeiner klinischer Untersuchung die gynäkologische Inspektions- und Palpationsuntersuchung der wichtigste Schritt zur Diagnosesicherung und Stadienklassifikation.
Prof. Dr.med. Eckhard Petri, Frauenklinik,Helios Kliniken Schwerin