Heft 03 2007
Bildgebende Verfahren in der Diagnostik des Mammakarzinoms
Minimal-invasive Diagnostik bei Brusterkrankungen
Langzeiterfolge und Perspektiven in der Brustkrebstherapie
Aromatasehemmer: Switch- oder Sequenztherapie?
Übersicht
Doping bei Männern und Frauen
Neben der kontinuierlichen Entwicklung von Hormonen zur Nutzung für die klinische Endokrinologie gibt es seit der ersten Verfügbarkeit von Hormonen auch das Problem des Missbrauchs. Während für die therapeutische Anwendung klare Daten zu Wirkungen, Nebenwirkungen, Pharmakodynamiken etc. vorliegen, beruht die Vorgehensweise im Doping häufig nur auf der Ableitung von Erkenntnissen aus den biomedizinischen Wissenschaften oder gar nur auf Gerüchten. Die Literatur zu diesem Thema ist wenig solide und es ist nur punktuell möglich, auf valide Fakten zurückzugreifen. Die Welt-Anti-Doping-Agentur (WADA; http://www.wada-ama.org/en/) hat eine Liste verbotener Wirkstoffe erstellt; darunter befinden sich u.a. auch Substanzen mit antiöstrogener Wirkung und Aromatasehemmer.
Professor Dr. Heinrich H.D. Meyer, Lehrstuhl für Physiologie, Technische Universität München, Freising
Übersicht
Bildgebende Verfahren in der Diagnostik des Mammakarzinoms
Die bildgebende Diagnostik des Mammakarzinoms hat sich in den vergangenen Jahren stark weiterentwickelt. Die Mammographie wurde durch die digitalisierte Technik erweitert und hoch auflösende Ultraschallgeräte und höher frequente Schallköpfe ermöglichen eine präzisere Mammasonographie.
Auch die Magnetresonanztomographie hat sich zunehmend in der Brustkrebsdiagnostik etabliert, beispielsweise zur Verlaufskontrolle bei Patientinnen nach brusterhaltender Therapie oder in der Diagnostik duktaler In-Situ-Karzinome.
Auszug aus dem Buchkapitel „Mammakarzinom“, Autoren: Professor Dr. med. Stefan Delorme, Heidelberg,Professor Dr. med. Rüdiger Schulze-Wendtland, Erlangen, Dr. med. Stefan Fuxius, Heidelberg, und PD Dr. med. Hans-Peter Sinn, Heidelberg
Interview
Minimal-invasive Diagnostik bei Brusterkrankungen
Minimal-invasive Verfahren haben die offene Biopsie als Methode der Wahl zur histologischen Sicherung von aus der Bildgebung unklaren oder suspekten Mammaläsionen abgelöst. Ziel ist es, die Rate falsch positiver Befunde zu reduzieren und die Erkennungsrate der sehr frühen malignen Veränderungen zu erhöhen. Dr. Karsten Gnauert gehört zu den Experten auf dem Gebiet der minimal-invasiven Mammadiagnostik. Bevor er die Leitung der Frauenklinik des Ostalb-Klinikums Aalen übernahm, war er langjähriger Leiter des Brustzentrums und geschäftsführender Oberarzt der Klinik für Gynäkologie der Dr. Horst Schmidt Kliniken in Wiesbaden.
Interview mit Dr. med. Karsten Gnauert, Klinik für Gynäkologie und Geburtshilfe und AalenBrustCentrum, Ostalb-Klinikum Aalen
Kongress
Langzeiterfolge und Perspektiven in der Brustkrebstherapie
Mit etwa 33.000 Teilnehmern gehört die ASCO-Tagung zu den weltweit größten medizinischen Kongressen. Spektakuläre Daten zur Brustkrebstherapie wurden in diesem Jahr zwar kaum präsentiert. Doch konnte der Stellenwert bewährter Behandlungsmodalitäten bestätigt werden. Dazu gehören u.a. die ovarielle Suppression mittels LHRH-Analoga bei prämenopausalen Patientinnen und die Anwendung von Anastrozol bei postmenopausalen Patientinnen mit hormonsensiblem Mammakarzinom. Es zeigte sich, dass die monatliche Gabe von Ibandronat den Verlust der Knochendichte unter Behandlung mit Anastrozol aufhalten kann.
Bericht vom 43rd ASCO Annual Meeting 2007, Chicago/USA, 1.–5. Juni 2007, Dr. Katharina Arnheim, Berlin
Expertenforum
Expertenforum
Auf die Frage „Für Tamoxifen ist die Metabolisierung zu Endoxifen über das Enzym CYP2D6 wichtig hinsichtlich der Aktivität. Bestimmte Psychopharmaka wie z.B. die selektiven Serotonin-Wiederaufnahmehemmer (SSRI) haben eine Verringerung der CYP2D6- Konzentration zur Folge. Darf bei Patientinnen, die SSRI erhalten, noch Tamoxifen verordnet werden oder sollten stattdessen Aromatasehemmer eingesetzt werden? Welche weiteren Substanzen können das Enzym CYP2D6 hemmen?"
antwortet Dr. med. Anne C. Regierer, II. Medizinische Klinik mit Schwerpunkt Onkologie/Hämatologie, Klinik Charité Mitte, Berlin
Kongress
Aktuelle Aspekte der Reproduktionsmedizin
Auf dem mit 5.183 registrierten Teilnehmern gut besuchten 23. Jahrestreffen der ESHRE wurden aktuelle Themen der Reproduktionsmedizin und Embryologie diskutiert. Dazu gehörten u.a. das Präimplantationsscreening, der elektive Single- Embryo-Transfer sowie Fortschritte beim Fertilitätserhalt junger Krebspatientinnen.
Bericht vom 23. Jahrestreffen der European Society for Human Reproduction and Embryology (ESHRE), Lyon/Frankreich, 1.–4. Juli 2007, Dr. med. Georg Griesinger, M. Sc., Professor Dr. med. Klaus Diedrich, Universitäres Kinderwunschzentrum Lübeck
Im Blickpunkt
Aromatasehemmer: Switch- oder Sequenztherapie?
Postmenopausale Patientinnen mit hormonsensitivem Mammakarzinom profitieren von der adjuvanten Therapie mit einem Aromatasehemmer. Diskutiert wird die optimale Therapiesequenz für Aromatasehemmer und Tamoxifen.
Professor Dr. med. Anton Scharl, Brustzentrum am Klinikum St. Marien, Amberg
Im Blickpunkt
Verbesserte Therapietreue durch das PACT-Programm?
Ein Jahr, nachdem Renate Haidinger die Diagnose Brustkrebs erhielt, gründete sie im Jahr 2001 die Patientinnenorganisation brustkrebs-muenchen e.V., über die sie u.a. Sprechstunden in zwei Münchner Unikliniken anbietet, und 2003 die Organisation Brustkrebs Deutschland e.V., in der sich Ärzte, Patientinnen, Angehörige und Interessierte als gleichberechtigte Partner zusammengeschlossen haben. Sie unterstützt das im Herbst 2006 gestartete PACT-Programm als Patin, um neue Erkenntnisse über die Therapietreue und deren Bedeutung bei Patientinnen mit Brustkrebs zu gewinnen.
Renate Haidinger, erste Vorsitzende Brustkrebs Deutschland e.V., München
Im Blickpunkt
Statistische Analyse von Daten klinischer Studien
Als Goldstandard in der klinischen Forschung gilt die randomisierte, kontrollierte Doppelblindstudie. Damit die Studienergebnisse aussagefähig sind und Verzerrungen verhindert werden, müssen bestimmte Voraussetzungen erfüllt sein. Dazu gehören beispielsweise zweckmäßige Ein- und Ausschlusskriterien sowie eine ausreichende Fallzahl. Von besonderer Bedeutung ist auch die professionelle statistische Auswertung der Daten.
Dr. rer. nat. Marc Zapatka¹, Dr. rer. nat. Lars Kaderali²,¹ Deutsches Krebsforschungszentrum, Theoretische Bioinformatik, Heidelberg, ²Universität Heidelberg, Viroquant, Forschergruppe Modellierung