Heft 02 2005
Aktuelle St. Gallen-Empfehlungen zur Therapie primärer Mammakarzinome
Neue Trends in der endokrinen Therapie nach St. Gallen 2005
St. Gallen 2005:Welche Änderungen gibt es in der adjuvanten Chemotherapie?
Fortschritt in der...
Editorial
St. Gallen 2005: Mit mehr Wissen wächst der Zweifel
Prof. Dr.med. Manfred Kaufmann, Frankfurt a.M.
Übersicht
Aktuelle St. Gallen-Empfehlungen zur Therapie primärer Mammakarzinome
Die für den deutschen Sprachraum sicherlich bedeutendste internationale Empfehlung zur Therapie primärer Mammakarzinome beruht auf dem Expertenkonsens, der alle zwei Jahre anlässlich einer Konferenz in St. Gallen, Schweiz, erarbeitet wird. Diagnostik und Therapie von Mammakarzinomen müssen auch in Deutschland gemäß aktueller Leitlinien durchgeführt werden. Hierfür stehen rahmengebend die S3-Leitlinie der Deutschen Krebsgesellschaft und – in Detailaussagen – die Leitlinie der Organkommission „Mamma“ der Arbeitsgemeinschaft Gynäkologische Onkologie (AGO) zur Verfügung. Diese sollten jedoch in regelmäßigen Abständen mit aktuellen internationalen Vorgehensweisen
abgeglichen werden.
Priv. Doz. Dr.med. Gunter von Minckwitz, German Breast Group,Neu-Isenburg
Interview
Neue Trends in der endokrinen Therapie nach St.Gallen 2005
Interview mit Professor Dr.med.Wolfgang Eiermann,München
Interview
St.Gallen 2005: Welche Änderungen gibt es in der adjuvanten Chemotherapie?
Interview mit Professor Dr.med. Volker Möbus, Frankfurt a.M.
Im Blickpunkt
Fortschritt in der Therapie des Mammakarzinoms – was hat in den letzten 30 Jahren dazu beigetragen?
Trotz steigender Brustkrebsinzidenz ist die brustkrebsbedingte Sterblichkeit in
den letzten Jahren nicht nur in den USA und England, sondern auch in Deutschland rückläufig. Dieser Effekt wurde besonders in den 90er Jahren deutlich. Die verbesserten Heilungsraten sind v.a. auf die zunehmende Verbreitung von Mammographie und Mammasonographie – Erkennung von prognostisch günstigen Frühstadien – und auf die verbesserte
Systemtherapie zurückzuführen. Der adjuvanten Systemtherapie wird über eine
erweiterte Indikationsstellung (auch bei nodalnegativen Patientinnen) und effektivere Substanzen ein erhebliches Gewicht zugeschrieben. Die Ergebnisse neuerer Studien haben aktuell zu der Empfehlung des adjuvanten Einsatzes von Aromatasehemmern bzw. Taxan-haltigen Chemotherapien geführt. Damit dürfte die brustkrebsbedingte Sterblichkeit in den nächsten Jahren weiter sinken.
Prof. Dr. med. Bernd Gerber, Universitäts-Frauenklinik Rostock
Kongress
Im Fokus: GnRH-Analoga
Bericht vom 8. Internationalen Symposium “GnRH Analogues in Cancer and Human Reproduction, Salzburg, 10.-13. Februar 2005
Neben den klassischen Themen wie invitro-Fertilisation und Prostatakarzinom
standen auf dem von Professor Bruno Lunenfeld organisierten Kongress insbesondere die benignen Indikationen Uterus myomatosus und Endometriose
im Vordergrund. In den abschließenden „State of the art“-Vorlesungen wurden die
Literaturübersicht und aktuelle Daten des Kongresses zu den verschiedenen Themen praxisrelevant zusammengefasst.
Professor Dr.med. K.-W. Schweppe,Westerstede
Im Blickpunkt
Adjuvante Therapie des Mammakarzinoms mit Goserelin
Ergebnisse einer nationalen Postmarketing-Surveillance-Studie
Zwei gegenläufige Entwicklungen kennzeichnen derzeit die Situation beim
Mammakarzinom:Während die Neuerkrankungsrate weiter zunimmt, geht die
Letalität seit Anfang der 90er Jahre kontinuierlich zurück.Verantwortlich für die
verbesserte Prognose sind vor allem die forcierten Maßnahmen zur Früherkennung in Kombination mit einer adäquaten adjuvanten – und das heißt in den meisten Fällen endokrinen – Therapie. Denn bei der großen Mehrzahl der Patientinnen wird das Tumorwachstum durch Östrogene stimuliert und kann damit durch eine zielgerichtete Hormontherapie effektiv und nebenwirkungsarm zugleich unterbunden werden.
Prof. Dr.med. Klaus-Peter Hellriegel, Berlin